Australien

< Zurück | Übersicht  | Homepage | Weiter >

John Jugari

Dies Foto ist keins, das eine ganze Geschichte erzählt, aber es hat einen Hintergrund:
Wir wurden in Halls Creek (Western Australia) von einem offensichtlich betrunkenen Aborigine nach der Uhrzeit gefragt. In einem kurzen Gespräch erzählte er mir, irgendwo dort drüben (er zeigte unbestimmt in eine Richtung) stehe ein Denkmal seines Vaters Jack Jugari. Seine Aussprache war undeutlich, und so glaubte ich falsch verstanden zu haben. Ich sah dann aber doch nach. Tatsächlich, eine Statue eines Aborigine. Der Sohn kam dazu und posierte für ein Foto, zusammen mit seiner nicht minder betrunkenen Freundin. Ein Tuch wurde kunstvoll über ihre linke Schulter drapiert, um den gebrochenen Arm zu verdecken. Die beiden gaben uns ihre Adresse, nur aus dem Namen und der Stadt bestehend. Ich bin sicher, die Fotos sind angekommen, denn der Vater, Jack Jugari, ist in Halls Creek wirklich eine Berühmtheit: Er war ein herausragender Vertreter der Aborigines in dieser abgelegenen Stadt.
Während Sportler 1996 bei den Olympischen Spielen in Atlanta um Medaillen kämpften, traten fast gleichzeitig in der australischen Wildnis drei Männer zu einem "Rennen für die Menschlichkeit" ("Human Race") an. Ihre Aufgabe war es, zu Fuß eine Entfernung von 600 km ohne fremde Hilfe und auf drei unterschiedlichen Marschrouten zu überwinden.

Die Teilnehmer :
Rüdiger Nehberg
Survival-Experte und Menschenrechtler aus Deutschland
Jahrgang 1934
David Covey
34 Jahre
amerikanischer Marathonläufer und Ironman
startete mit High-Tech-Ausrüstung und Satellitennavigationssystem
Jack Jugari
Aboriginal
geschätztes Alter beim Human Race : 71 Jahre

Für die Teilnehmer war der Marsch ein Vergleichskampf, doch für die Veranstalter war es ein Wettkampf, der zu einer Hollywoodnummer ausartete. Jack Jugari wartete kurz vor dem Ziel und wollte die anderen beiden vorbeiziehen lassen. Rüdiger Nehberg und David Covey beschlossen jedoch, gemeinsam mit Jack Jugari über die Ziellinie zu gehen. Bei der Pressekonferenz bezeichneten Nehberg und Covey den Aboriginal als wahren Sieger. Trotzdem wurde in dem später ausgestrahlten Film Covey als derjenige dargestellt, der auf die anderen wartete. In Australien wurde Jack Jugari gefeiert und ihm zu Ehren ein Menschenrechtspreis gestiftet.
O-Ton Jack Jugari: "When I was a boy I was with old people following them. That's why they gave me strength see, I had all that inside me for that big "Human Race". Being named in Naidoc honours, well that good, give community strength too.
I been work on the stations all the way up to 20 years. and I turned around droving from there and tracking. In my time, no pay, got plenty clothes, plenty blanket. I just live on tea, sugar and bread and meat. I don't worry about grog, that's why I can work from morning until sun go down. Now I threw everything away I got a job at the roadhouse - easy job see! (laughs)
By the way, I never sing my wife Connie, we just love one another straight out".

Schwer zu beschreiben, wie die beiden trotz ihrer Trunkenheit eine große Würde bewahrten, wie man das in Deutschland -und auch Australien- kaum je erlebt.

 | < Zurück | Übersicht  | Homepage | Weiter > | 


Bild 10 von 14  

Galerie erstellt mit HomeGallery 1.4.6