Das Foto an dieser Stelle wurde gelöscht
Ernährung bei Herz-Kreislauferkrankungen
„Hauptsach gudd gess“. Stimmt. Nur eine kleine Anmerkung zum
Wörtchen „Gudd“.
Den
Saarländern geht es schlecht – das ergab die Befragung von etwa 2.300 Personen
im kleinsten deutschen Flächenstaat durch das Berliner Robert-Koch-Institut.
Im Saarland treten chronische Krankheiten, Rückenschmerzen und erhöhte
Cholesterinwerte häufiger auf als im Bundesdurchschnitt. Entsprechend gehen die
Saarländerinnen und Saarländer überdurchschnittlich oft zum Arzt, sind öfter
krank geschrieben und liegen länger im Krankenhaus.
Auch die Ernährung, besonders der Frauen, ist im Saarland weniger gesund als im
sonstigen Bundesgebiet. Nur 47,4 % der Saarländerinnen nehmen täglich Gemüse zu
sich, 65,9 % greifen täglich in den Obstkorb (Bundesdurchschnitt: 53,8 % bzw.
71,5 %). Die Werte der saarländischen Männer weichen nicht so weit vom
Bundesdurchschnitt ab. Die Saarländerinnen haben im Bundesdurchschnitt das
meiste Übergewicht (Quelle:
www.kvportal.de,
Saarbrücker Zeitung u.a.)
Diät
Es gibt keine spezielle Diät für Herz- oder Kreislauferkrankungen. Sie sollten
vielmehr sich insgesamt gesund ernähren; das heißt, dass es eine Form der
Ernährung gibt, die auch gegenüber anderen Erkrankungen (Diabetes, Tumoren,
Lebererkrankungen usw.) eine gewisse Vorbeugung darstellt. „Gesund“ heißt:
ausgewogen, bewusst, unter Beachtung einiger wichtiger Grundtatsachen. Alte
Ernährungsgewohnheiten lassen sich nicht über Nacht abstellen, aber allmählich
werden Sie sich unter einer besseren Ernährung nicht nur wohler fühlen; sie
werden auch erleben, dass sie vielseitiger und wohlschmeckender ist.
Das größte Problem liegt meist beim Übergewicht. Versuchen Sie, Ihr
Normalgewicht anzustreben. Häufig lässt sich so der Blutdruck senken
(durchschnittlich 2-4mmHg pro Kilogramm Gewichtsabnahme), und in manchen Fällen
werden dadurch Medikamente entbehrlich.
Trauen Sie nicht werbemäßig angebotenen Diäten in Zeitschriften oder Büchern,
meist mit dem Namen des Erfinders versehen (Ausnahmen gibt es, z.B. die
Brigitte-Diät). Es geht um eine dauerhaft gesündere Ernährung.
Grundlagen:
Sie sollten möglichst pflanzliche Nahrungsmittel, Gemüse, Obst, fettarme
Milchprodukte bevorzugen, und den Anteil von fettem Fleisch, Süßigkeiten,
Fertigprodukten vermindern. Als tierischer Eiweißträger ist Fisch und anderes
„weißes“ Fleisch (z.B. Geflügel) zu bevorzugen.
1.
Fett:
Ungünstig sind tierische Fette, besonders in Wurst, fettem Fleisch (besonders
Schweinefleisch), aber auch fettem Käse und Butter. Butter als Streichfett auf
dem Brot lässt sich gut einsparen. Margarine ist als Ersatz kaum besser, auch
wenn sie als gesund angepriesen wird.
Achten Sie bei Käse auf den Fettanteil in der Trockenmasse („i.Tr.“). Er sollte
nicht über 45% betragen, je weniger desto besser.
Das soll nicht heißen, dass Fett an sich schlecht sei; im Gegenteil, es ist
lebensnotwendig. Gesunde Fette sind enthalten in Ölen (egal ob Oliven-, Raps-,
Sonnenblumen-, Distelöl), Nüssen, fettem Seefisch (z.B. Lachs, Makrele, Hering).
Sie sollten aber immer dran denken: Im Fett sind die Kalorien am dichtesten
gepackt. Das heißt, Fett ist immer hochkalorisch, egal ob Sie eine gesunde oder
weniger gesunde Form zu sich nehmen.
2.
Kohlehydrate:
Sie liefern einen großen Teil unserer Kalorien. Gemeint sind dabei
Stärke (enthalten in allen Getreiden, Mehlprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten
usw) und
Zucker (enthalten in allem, was süß schmeckt).
Kohlehydrate werden im Körper sehr schnell in Fett umgewandelt und in dieser
Form gespeichert. Daher führen sie auch zu Ablagerungen in den Gefäßen.
3.
Eiweiß:
Ein etwas strittiger Punkt: Eiweiß sättigt im Verhältnis zu den darin
enthaltenen Kalorien relativ stark und ist daher ein Hauptbestandteil vieler
Diäten.
Unsere übliche Nahrung enthält mehr Eiweiß als empfohlen. Bei Fleisch ist ein
wesentliches Problem das darin enthaltene und damit mitgegessene tierische Fett
und die vielen Zusatzstoffe der industriellen Fleischproduktion. Es ist daher
günstig, weniger Fleisch zu essen: Maximal einmal am Tag, keine Wurst.
Empfehlenswert sind „weiße“
Fleischsorten (Fisch, mageres Geflügel“, fettarme Milchprodukte und pflanzliche
Eiweiße, z.B. in Hülsenfrüchten.

Ernährungspyramide (Quelle: Gesundheitsministerium Österreich).
Sie sehen oben an der Pyramidenspitze, von welchen Nahrungsmitteln Sie wenig essen
sollten; unten stehen diejenigen, die an Ihrer Ernährung mengenmäßig den
größeren Anteil haben sollten.
Es gibt genauere Vorschläge, aber dieser ist fürs Erste ein Anhaltspunkt.